Die Ringelblume
Die Ringelblume ist eine beliebte Gartenpflanze, die uns mit ihren orangen und gelben Blüten den ganzen Sommer bis zum Frost erfreut.
Ihre Heilkräfte sind seit über 2000 Jahren bekannt und werden auch heute noch vielfältig genutzt.
Die Kultivierung ist einfach.
Ringelblumen sind robust und verstehen es, auch in widrigen Verhältnissen zu überleben.
In dem Maße, wie sie für sich selber sorgen kann, gilt sie in vielen Kulturen als Symbol für Verjüngung, Liebe und Beständigkeit.
Herkunft und Botanik der Ringelblumen
Die Ringelblume heißt botanisch Calendula officinalis. Der botanische Name bezieht sich auf die frühe Blütezeit, die bereits im Juni beginnt.
Die Kalenden sind die ersten Tage des Monats. Officinalis bedeutet heilkräftig.
Die Ringenblume hat ihren deutschen Namen durch die ringförmig angeordneten Samenstände und gehört zu den Korbblütengewächsen (Composita).
Ursprünglich kommt sie aus den Mittelmeerländern und dem Iran. Mittlerweile gilt sie als heimische Pflanze,
da sich die Ringelblume auch bei uns seht gut in der Natur behaupten kann. Man findet sie an Wegrändern, Schuttplätzen und Ruderalflächen.
Die Ringelblume trägt je nach Region verschiedenen volkstümliche Namen. Die schönsten sind Sonnenwendblume, Abendrod und Donnerblume.
Die Ringelblume im Garten
Die Aussaat der Ringelblume kann breitwürfig sowohl im September als auch im April geschehen.
Für einen Quadratmeter Beet werden etwa 10g Ringelblumensamen benötigt, das entspricht ungefähr eine handvoll Samen.
Die Beete sollten gejätet und mit wenig Kompost angereichert sein. Es ist ein leichter Sandboden von Vorteil.
Die Samen leicht mit der Harke einarbeiten und wässern. Alles Weitere geschieht von allein. Die Keimung setze etwa Ende April ein.
Bereits im Juni sind die ersten Blüten zu sehen. Sie blühen bis zum Frost.
Ringelblumen sind einjährig. Sie bilden aber reichlich Samen aus und erhalten sich so selbst ohne zur Plage zu werden.
Sie brauchen einen sandigen durchlässigen Boden in sonniger Lage.
Ringelblumen blühen in den Farben gelb und orange. Einige Blüten sind halb gefüllt, besitzen also mehrere Reihen Blütenblätter, andere haben eine einfache Form.
Die Pflanzen erreichen eine Höhe von 40cm. Ende August setzt die Samenreife ein. In dieser Zeit werden aber weiterhin neue Blüten produziert.
Ringelblumen bilden drei verschiedene Samenformen aus. Jede dient einer anderen Art der Verbreitung. Die äußeren Samen sind flach und leicht gebogen.
Sie besitzen eine verstärkte Bodenrippe. Diese Samenform gehört zu den Flugfrüchten, weil sie durch ihre aerodynamische Form vom Wind getragen werden.
Als nächstes, quasi im zweiten Ringel, bilden sich die Hakenfrüchte. Sie sind mit gebogenen Haken bestückt und können sich im Fell von vorbeistreifenden Tieren halten.
Die Samen im Inneren der Ringelblume werden Larvenfrüchte genannt, da sie wie kleine kugelige Käferlarven aussehen.
Sie sind glatt und bleiben am dichtesten bei der Mutterpflanze liegen. Dieses Phänomen der unterschiedlichen Samen-oder Fruchtausbildung wird Heterocarpie genannt.
Hetero bedeutet ungleich und Karpie kommt von Carpos und meint Samen oder Frucht.
Ringelblumen als Heilpflanze
Die Ringelblume besitzt wertvolle Inhaltsstoffe. Sie setzten sich aus ätherischem Öl, Saponine, Glykoside, Carotinoide, Bitterstoffe, Schleimstoffe, Flavonoide
und organischen Säuren zusammen.
In Form von einer Salbe, Tinktur, Presssaft oder Abkochung hilft Ringelblume bei schlecht heilenden Wunden, Venenentzündung, Verstauchungen,
Verrenkungen und Geschwüren.
Der Sammelzeitpunkt der Blüten ist am besten, wenn der Morgentau abgetrocknet ist und die Sonne noch nicht ihren Höchststand erreicht hat.
Die Blütenblätter werden dann auf einem Papier oder Tuch ausgebreitet und an einem luftigen Ort im Schatten getrocknet.
Man kann sich leicht selbst eine Ringelblumenbutter zubereiten. Sie hilft bei rauen rissigen Händen, Gelenkschmerzen und Verstauchungen.
Man vermengt Butter mit zerquetschten Ringelblumenblüten im Verhältnis 1:1 und erwärmt die Mischung leicht, bis das Fett flüssig ist.
Die Droge setzt sich ab, das Fett enthält sie Inhaltsstoffe. Im Kühlschrank aufbewahren.
Quelle: M. Pahlow, Das große Buch der Heilpflanzen